#Meinungsmacher – 1. Jahr Schwarz-Gelb am Beispiel Bildung

Der Rotonda Business Club ist bekannt für spannende Gespräche und interessante Kontakte. Aber an dem heutigen Abend war richtig Pfeffer drin.
Was als scheinbar friedlicher Gleichmarsch in Richtig bessere Bildung und “weltbeste Bildung für Schülerinnen und Schüler” laut Ministerin Yvonne Gebauer (FDP) aussah, wurde mehr und mehr zu einem politischen Schlagabtausch. Die Wunden der landespolitischen Auseinandersetzungen und Veränderungen der letzten Jahre sind offensichtlich noch nicht verheilt.
Aber wie sagte Jochen Ott, Vorsitzender der Kölner SPD und Landtagsabgeordneter so schön „Demokratie ist ein Streit um Ideen” und dieser darf ach durchaus hart und sachlich geführt werden. Das haben sich Ott und Ministerin Gebauer auch nicht nehmen lassen.
Josefine Paul vom Bündnis 90 Die Grünen setze dabei immer wieder Impulse mit Aussagen wie „Kitas müssen wir helfen den Beruf des Erziehers attraktiver zu machen. Eine Kampagne beseitigt noch keine Mängel. Wann passiert was?“
Egal welches inhaltliche Thema angegangen wurde, das Problem schien allen klar und die Lösung doch so weit weg. Jochen Ott sieht folgende Lösung als die einzig richtige „Wir brauchen einen neuen Deal zwischen Land und Kommunen. Es brauchte eine Neuaufstellung der Zuständigkeit. Ohne eine klare Neuordnung wird die Unzufriedenheit steigen.“ Denn scheinbar ist viel zu häufig nicht klar, wer welche Budgets für welche Zweck nun einsetzen darf. Das hemmt und führt zu Verzögerungen.
Ott und Gebauer sind sich persönlich grün. Bildungspolitisch ist es eine Beziehung mit Spannungen.
Zudem fühlt sich laut Jochen Ott die SPD politisch übergangen, dass in einer Nacht und Nebel Aktion Schwarz/Gelb einen Antrag ohne die SPD durchdrücken wollte. „Das gehört sich nicht“. Da waren sich Ott (SPD) und Josefine Paul von den Grünen einig.
Die Fakten liegen auf dem Tisch. An dem Abend wurden diese nur zu deutlich. Wer packt es jetzt an?
Wir bedanken uns für die spannende Diskussion mit offenem Ausgang und freuen uns auf die nächsten 360 Tage Bildungspolitik mit Hochspannung.

Rückblick China Kongress Düsseldorf 2018

Zum 14. Mal trafen sich die Delegationen der Partnerstädte Düsseldorf und Chongqing. Die Rheinische Post präsentierte sich als der perfekte Gastgeber und bot den 300 Gäste interkulturelle Kost vom Feinsten.

Guiping Liu (Vizebürgereister von Chongqing) präsentierte eindrucksvoll die Wirtschaftskraft seiner Metropole.

In Zahlen: 36 Millionen Einwohner, 1.95 Billionen BIP 2017 (Platz 3 in China) auf einer Fläche doppelt so groß wie Nordrhein-Westfalen. Ein Wirtschaftswachstum von 7% (vgl. Düsseldorf 2,2%). Dabei spielt Digitalisierung sicher eine Rolle, aber das produzierende Gewerbe ist in Zahlen noch beeindruckender: Jedes 8. chinesische Auto wird in hier montiert und jeder 3. Laptop weltweit wird in Chongqing montiert.

Das zeigte schnell welchen Stellenwert eine Stadt hat, deren Namen viele hier nicht aussprechen können. Wer glaubt, dass Deutschland Wirtschaftlich und kulturell im Zentrum der Welt sei, der wurde hier schnell eines Besseren belehrt. Die Offenheit Chinas sich auch neuen Kulturen und Wirtschaftsräumen zu öffnen ist hier sehr deutlich geworden.

Die kulturellen Unterschiede wurden hier im Laufe des Kongresses oft beleuchtet. Ein Zitat das viele diese Tage beschäftigt kam von Prof. Dr. Xuewu Gu „In China könnte Seehofer seine Chefin in der Öffentlichkeit nicht so angehen. Genauso wäre eine so große Toleranz von Merkel nicht geduldet. Jemanden öffentlich so zu einem Gesichtsverlust zu führen wäre nicht denkbar.“ Klare Worte, die auch zeigen wie respektvoll in China miteinander umgegangen wird.

China hat erkannt, dass Deutschland ein guter Partner ist und hat gelernt sich hier einzufinden und anzupassen. 520 chinesische Unternehmen haben bereits in Düsseldorf eine Niederlassung. Alleine letztes Jahr kamen 78 hinzu. Der Trend ist deutlich und zeigt die Bedeutung Düsseldorfs für die asiatische Geschäftsbeziehungen Deutschlands.

„NRW ist wichtigster Investitionsstandort für chinesische Unternehmen in Deutschland“ so Minister Prof. Dr. Andreas Pinkwart.

Generalkonsul Feng Haiyang bezeichnet die Städtepartnerschaft zwischen Chongqing und Düsseldorf als die „erfolgreichste Zusammenarbeit zwischen Deutschland und China.“

Und immer wieder hörte man auch kritische Stimmen in Richtung Deutschland. Vor allem aus den eigenen Reihen. Denn man hat erkannt – China ist künftig ein Partner auf Augenhöhe und für das Witschaftswachstum Deutschlands wichtiger denn je. Vor allem in Zeiten schwieriger Beziehungen zu den USA. Buchautor Stefan Baron sagt “Deutschland hat interkulturelle Defizite und dringenden Nachholbedarf. In der Schulbildung zum Beispiel findet China quasi nicht statt. Die wirtschaftlichen Erfolge mit China wären viel größer, wenn wir uns mehr mit dem Land schon in der Schule befassen würden.“

Der Kongress gab wichtige Impulse und zeigte erneut die Bedeutung Chinas. Schon heute gibt es eine Güterzugverbindung zwischen Chongqing und Duisburg. Die Brücke ist geschlagen, die Wege sind frei. Jetzt ist es auch eine Frage des Willens sich einer Kultur zu öffnen und auch politisch sich China anzunähern. Den deutschen Unternehmen kann es nur helfen, denn China ist längst auf Augenhöhe und aus Imitation wurde längst Innovation.

Mit dem Rotonda Business Club erhalten Mitglieder nicht nur Zugriff auf lokale Netzwerke – wir schlagen auch die Brücke in andere Länder und Kulturen. Auch im kommenden Jahr werden wir uns wieder an Unternehmerreisen nach China beteiligen.